ZfA
Newsbeitrag
< Zurück zur Homepage
25.02.2019
Warum wird Braunschweig für mich nie derselbe Ort sein?

Die Antwort auf diese Frage ist eigentlich ganz leicht – die Deutsche Schülerakademie. Was es damit alles auf sich hat, erfahrt ihr im Folgenden.

Erst die Bewerbung, dann das Motivationsschreiben, das Gutachten, die Kurswahl, die Fristen – alles klingt genauso wie jedes Bewerbungsverfahren. Jedoch ist das ein besonderes Bewerbungsverfahren – nämlich für die Deutsche Schülerakademie.
Ich habe Schwierigkeiten, wenn es um die Beschreibung der Akademie mit wenigen Worten geht. Ich versuche es dennoch – die Akademie war unvergesslich, außerordentlich, cool, gefühlsvoll, extrem, der Teilnahme wert. Doch wie begann alles?

Ich wurde auf die DSA aufgenommen. Ich sollte eine Woche vor der Akademiezeit in einer Gastfamilie leben, um mich in die echte deutsche Sprache hereinzuhören. Während meines Aufenthaltes habe ich an meinem Referat gearbeitet, weil ich es bis dahin völlig vernachlässigt habe. Versunken in Erklärungen der Molekülschwingungen vergingen die Tage für mich sehr schnell. So kam der große Tag. Mein Gastgeber und ich stiegen in den Zug ein und fuhren nach Braunschweig. E S G I N G L O S!!!

Schnell haben sich alle Teilnehmer nach dem spannenden ersten abendlichen Kennenlernen auf den anstrengenden nächsten Akademietag gefreut. Vorlesungen, Referate, Übungen machten unsere Tage aus. Die Kaffeepausen wurden lange ersehnt, die Mittagspause sogar mehr. Jeden Tag gab es eine zweistündige Nachmittagsschicht, in der kursübergreifende Aktivitäten stattfanden – wie Chor, Kapelle, Russisch, Japanisch, Nähen, Kochen, Mittelalterliche Tänze usw. – alles Angebote der Teilnehmer selbst.
Das frühe Aufstehen wurde ab und an durch Brunch ersetzt, worauf sich alle riesig freuten. Exkursionen – je eine pro Woche – führten uns abseits des Akademiegeländes. So verging die erste Woche, die mit einer Rotation abgeschlossen war, in der jeder seine Errungenschaften den anderen präsentieren durfte. Diesem Tag schloss sich eine bunte Party an, bei der alle Akademiker bis tief in die Nacht hinein feierten (alkoholfrei natürlich). Die zweite Woche begann ähnlich wie die erste – wir machten weiter mit unseren Themen, Referaten, Übungen und Werwolf-Nachtrunden. Gegen Ende der Akademie munkelten die Akademiker in den Fluren, es solle eine Doku verfasst werden. Unser Kurs erfuhr das zum Schluss, denn wir hatten andere Themen noch zu erledigen. Dann aber gingen wir an die Arbeit. Der Flur der Quantenchemie leuchtete bis spät in die Nacht. Die Bibliothek war rund um die Uhr besetzt von Akademikern, die an ihren Texten arbeiteten. Plötzlich wurden die Werwolf-Runden reduziert, die Kaffeepausen waren gehetzt, nicht entspannt – jeder trank schnell seinen erquickenden Kaffee und eilte zurück an die Arbeit. Endlich war die Doku geschafft – zwei, drei, vier oder gar fünfmal überarbeitet, es spielte keine Rolle – die Hauptsache war, dass alles letztendlich wie am Schnürchen lief.

Und so kam der große Abschied – das war ein zu großer Bissen für uns – kaum konnten wir das überleben. Ich musste früh am Morgen an den Bahnhof eilen, direkt nach dem Abschied. Die Kontrolleurin im Zug fragte mich, warum ich schluchzte und ob es die Sommergrippe wäre. Ich sagte „ja ja“, während ich meine wie ein Wasserfall tränenden Augen hinter meiner schicken reflektierenden Sonnenbrille versteckte.
Ein Bericht von Kaloyan Staykov, 12D